Teures Spielraumversorgungskonzept ist eine Luftnummer!

Lesedauer 2 Minuten

Es gibt kaum ein Thema, zu dem in Neumünster keine externen Gutachten oder Konzepte erstellt werden. Meist verfehlen diese Konzepte, an denen sogenannte „externe Dienstleister“ gut verdienen, ihre Wirkung. Man fragt sich warum das eingesetzte Geld, gerade in Zeiten einer leeren Stadtkasse, nicht sinnvoller genutzt werden kann.
Ein aktuelles Beispiel ist das Spielraumentwicklungskonzept, das vom Planungsbüro Stadtkinder GmbH entwickelt wurde. Auf mehr als 350 Seiten wird jeder Spielplatz mit Beschreibung, Bewertung und Handlungsempfehlung vorgestellt. So ergibt sich eine Rangliste mit den besten und schlechtesten Spielplätzen der Stadt. Gut zu wissen, doch was bringt es, wenn kaum noch Geld für die Instandsetzung von Spielplätzen vorhanden ist? Für das besagte Konzept, das ohne eine Umsetzung der Handlungsempfehlungen lediglich bedrucktes Papier ist, schien Geld vorhanden gewesen zu sein. Eine Anfrage unserer Fraktion ergab, dass die Stadt sich das Konzept satte 112.264,60 Euro kosten ließ.
Im Nachhinein scheint sogar der SPD aufgefallen zu sein, daß dieses Konzept, ohne weiteres Geld, eine Luftnummer werden könnte. So wurden auf deren Antrag hin 100.000 Euro aus Investitionsmitteln des Haushaltes für Spielplätze bereitgestellt. Das macht es aber nicht wirklich besser. Über 112.000 Euro ausgeben, um dann für 100.000 Euro Spielplätze zu sanieren?
Ein peinlicher Versuch, eine verfehlte Entscheidung zumindest etwas geradezurücken.
Unsere Fraktion ist der Auffassung, dass viele dieser externen Gutachten nicht mehr sind, als nette Formulierungen und vermeintlich wissenschaftliche Analysen, die lediglich die Kassen der Beratungsfirmen klingeln lassen, aber für unsere Stadt kaum Nutzen haben.
Warum kann die zuständige Abteilung der Stadt nicht eine dafür geeignete Liste zum Abhaken bestimmter, wichtiger Informationen über Spielplätze und deren Zustand selbst erstellen, ausdrucken und zwei motivierte Mitarbeiter für 3 Wochen quasi in den Außendienst schicken? Es ist für uns absolut unverständlich, weshalb man wiederholt mit Steuergeldern so verschwenderisch umgeht — aber scheinbar ist das in Neumünster mittlerweile üblich, denn das erinnert uns stark an andere „Geldsünden“, wie z.B. die Sache mit dem Umzug der Stadtbücherei. Und wieder betrifft dies einen Sektor, für den Stadtbaurätin Kling verantwortlich ist.

Das könnte dich auch interessieren …